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Aldein und Radein im Süden Südtirols

Aldein und Radein im Süden Südtirols
Aldein zählt zu den sehr alten Niederlassungen, die sich tief in den Gebirgszug des sogenannten “Regglbergs” vorschieben. Dieser Gebirgszug bildet die ungefähre Sprachgrenze zwischen Deutschen und Italienern östlich der Etsch. Die Gemeinde Aldein besteht aus den Fraktionen Radein und Holen und liegt auf einer wellenförmigen, landschaftlich besonders schönen Hochfläche an der Autostraße von Auer nach Petersberg. Hier wechseln Bergwiesen, Äcker und Almen einander ab. Den Hintergrund bilden die beiden “Zwillinge”, das Weiß- und Schwarzhorn.

Besiedelt wurde die Gegend bereits zur Zeit der bajuwarischen Einwanderung. Neben älteren Urkunden, die das beweisen, wird Aldein auch später in einer Urkunde Kaiser Friedrich Barbarossas im Jahr 1175 erwähnt.

Interessanterweise werden die Bewohner der Gegend bis zum Regglberg im Volksmund noch heute mancherorts als “Hessen” bezeichnet. Anscheinend deutet diese Bezeichnung auf Einwanderer aus nicht bayrischen Gegenden hin. Aldein ist die Heimat bedeutender Persönlichkeiten, wie Kardinal J. B. Franzelin, einer der Initiatoren des 1. Vatikanischen Konzils und Baron Andreas Alois Dipauli von Treuheim, Präsidenten des österreichischen Obersten Gerichtshofes während der Zeit Napoleons und des Wiener Kongresses, der als Bauernbub und Waisenknabe in Aldein aufwuchs.


Die Ortschaft Radein besteht aus zahlreichen, über einen Bergrücken verteilten bäuerlichen Siedlungen. Besonders malerisch wirkt die auf einem kleinen Hügel erbaute Kirche zum hl. Wolfgang. In ihrer Nähe befi ndet sich das Schul- und
Vereinshaus “Peter Rosegger”. Seit 1998 ist darin das Geologiemuseum untergebracht. Es zeigt die geologischen Besonderheiten der nahegelegenen Bletterbachschlucht. Die Anlage mancher Bauernhöfe erinnert, gleich jenen von Aldein, an die auch äußerlich erkennbare, harte wie selbstbewusste Lebensart ihrer Besitzer an der Sprachgrenze. Die Straße nach Radein zweigt von der Fleimstalstraße bei Kaltenbrunn ab.

Sehenswertes
- Die St.-Wolfgang-Kirche (interessante Ablassurkunde des Borgia-Papstes Alexander VI. “Capella St. Wolfgang Confessoris in Monte Radoi” im Pfarrhaus)
- Die Bletterbachschlucht ("Weltnaturerbe der UNESCO")
- Geologisches Museum über den Bletterbach

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